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100 Jahre Schönbuchbahn

06.10.2010

100 Jahre Schönbuchbahn
Schönbuchbahn1

Lange Zeit hat es gedauert, ehe in Holzgerlingen und Weil im Schönbuch der Qualm einer Dampflok zu sehen war: Am 15. Oktober 1910 wurde das erste Teilstück der Schönbuchbahn von Böblingen nach Weil im Schönbuch eröffnet.

Schon im Jahr 1865 wurde zum ersten Mal in einem Regierungsentwurf der Bau einer Bahnstrecke von Böblingen über Holzgerlingen, Weil im Schönbuch und Dettenhausen nach Tübingen erwähnt. Realisiert wurde sie aber erst 50 Jahre später. Zwistigkeiten zwischen den betroffenen Gemeinden und der Landesregierung brachten das Projekt mehrfach in Gefahr.

Am 19. Februar 1909 wurde mit dem Bau der Schönbuchbahn begonnen. Rund 20 Monate später fuhr die erste Lokomotive von Böblingen in Richtung Weil.

Bevor die Züge von Weil nach Dettenhausen unter Dampf gesetzt werden konnten, mussten noch einige, naturgegebene, Schwierigkeiten bewältigt werden. Die zum Bahndamm aufgeschüttete Erde im Gebiet des Weilemer Knollenmergels rutsche ständig zur Schaichtolsohle ab.
Grund dafür waren Erdbewegungen wegen der nassen Witterung im Jahr 1910. In der Sindelfinger Zeitung vom 1. August 1911 ist in einem Bericht anlässlich der Streckeneinweihung zu lesen: „(...), dass es endlich gelungen sei, die Berggeister zu bezwingen, das eiserne Joch der Schienen zu tragen ohne nach
rechts und links auszuweichen.
Am 29. Juli 1911 wurde das letzte, vier Kilometer lange Schönbuchbahn-Teilstück von Weil im Schönbuch nach Dettenhausen eröffnet.

Ab dem 29. Mai 1965 fuhren zwischen Böblingen und Dettenhausen keine Personenzüge mehr. Nur ein Güterzug mit Personenbeförderung blieb noch bis zum 10. Januar 1967 auf der Strecke. Zum 28. April 1990 wurde auch der Güterverkehr im Abschnitt Schönaicher First (heute Böblingen Zimmerschlag)–Dettenhausen endgültig eingestellt. Die Strecke wurde von der Deutschen Bundesbahn allerdings nicht entwidmet, sondern lediglich außer Betrieb genommen.

Die Anliegergemeinden und ihre Bürgerinnen und Bürger wollten sich mit dieser Entwicklung nicht abfinden. Leider hatten die zahlreichen Aktionsgemeinschaften und Resolutionen damals keinen Erfolg.

Erst am 30. Mai 1988 kam neue Bewegung in die Angelegenheit. Der Landkreis Böblingen und der Landkreis Tübingen beauftragten die Württembergische Eisenbahngesellschaft mit der Erstellung eines Gutachtens über die Möglichkeiten einer Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf der Schönbuchbahn. Dieses Gutachten prognostizierte 2500 bis 3500 Fahrgäste pro Tag.

Im Herbst 1992 befürwortete das Verkehrsministerium Baden-Württemberg die Wiederinbetriebnahme der Schönbuchbahn und stufte das Vorhaben als förderungswürdig ein. Als Träger des Bahnbetriebs wurde am 21. Dezember 1993 der Zweckverband Schönbuchbahn (ZVS) gegründet, der eine Woche später die Bahntrasse zum Preis von 1,00 DM plus Mehrwertsteuer von der Deutschen Bundesbahn kaufte.

Zwei Jahre später begann der Zweckverband mit den Sanierungsarbeiten an der Strecke. Am 28. September 1996 wurde die neue Schönbuchbahn eingeweiht; zwei Monate – am 1. Dezember – ging sie nach 30 Jahren wieder in Betrieb. Betriebsträger wurde die Württembergische Eisenbahngesellschaft (WEG).

Das 100-jährige Jubiläum der Schönbuchbahn wurde am 16. und 17. Juli 2011 gebührend gefeiert und zwar zusammen mit dem 6. Holzgerlinger Stadtfest.

 
 
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