Stadt Holzgerlingen
Stadt Holzgerlingen
Stadt Holzgerlingen

Historisches

Um das Jahr 5.500 vor Christus wird der Ursprung Holzgerlingens datiert. Schon in der Jungsteinzeit besiedelten Menschen die fruchtbaren Böden der Gäulandschaft und der Schönbuchlichtung. Dies lässt sich durch verschiedene archäologische Funde belegen.

Nach den Kelten kamen die Römer. Sie drangen um 90 nach Christus bis zur Neckarlinie Cannstadt-Wimpfen vor. Der Holzgerlinger Flurname "Steinmäuren" deutet auf römische Mauerreste hin.

Auch die Alamannen ließen sich um 259/260 nach Christus in Holzgerlingen nieder. Der alamannische Sippenführer Gero verlieh dem Ort höchtwahrscheinlich seinen Namen (Gero - Gerninga - Gerningen - Holzgerlingen).

1925 wurde bei der Erschließung eines Baugebietes ein alamannischer Reihengräberfriedhof entdeckt. In über 300 Gräbern fand man Waffen, Gürtelschnallen, Schuhbeschläge, Schmuckstücke und Tongefäße.

Ein Foto der ältesten, bekannten urkundlichen Erwähnung 
Ein Foto der ältesten, bekannten urkundlichen Erwähnung

1007 und damit gut 6.500 Jahre nach dem Ursprung wird der Name „Holzgerlinga“ erstmals urkundlich erwähnt und für die Nachwelt festgehalten. Die Namensnennung verdankt Holzgerlingen schließlich einer Stiftung von König Heinrich II, der 1014 in Rom zum Kaiser gekrönt wurde. Detailliert wird in dem Dokument vom 1. November 1007 beschrieben, dass das sich bis dahin in königlichem Besitz befindliche Holzgerlingen, samt aller Dörfer, Gehöfte, Kirchen, Flächen, Wege, Gewässer, Wälder sowie aller männlicher und weiblicher Hörigen dem neuen Bistum Bamberg geschenkt wird. 1.000 Jahre später wurde dieser Anlass Grund für ein rauschendes Festjahr.

1163 ging der Ort in den Besitz der Württemberger über.

1330 wurde die Holzgerlinger Pfarrei erstmals erwähnt.

1473 wurde mit dem Bau des gotischen Chors der Mauritiuskirche begonnen. Der Turm wurde bereits zwischen 1.000 und 1.250 erbaut.

1514 erstach Herzog Ulrich bei einem Jagdausritt im Schönbuch seinen Stallmeister, Hans von Hutten. Banale Liebesaffären standen im Hintergrund dieser Schreckenstat. In der Mauritiuskirche soll Huttens Leichnam aufgewahrt worden sein.

1525 kam es zur Bauernschlacht bei Böblingen.

1534 wurde die Reformation in Holzgerlingen eingeführt. Tiefe Wunden hinterließen der Dreißigjährige Krieg (1618 - 1648) und die Pest, die 1635 sowie zwischen 1644 und 1648 ausbrach.

1805 wurden Bewohner des Ortes zu Gespanndiensten für Napoleon gezwungen. Sie konnten jedoch entkommen und zu ihren Familien zurückkehren. 15 Männer mussten jedoch mit seiner Armee nach Russland ziehen. Sie sahen ihre Heimat nie wieder.

Die älteste Ortsansicht von Holzgerlingen (aus dem Jahr 1683) 
Die älteste Ortsansicht von Holzgerlingen (aus dem Jahr 1683)

In den Jahren 1866 und 1870/71 nahmen Holzgerlinger Männer am Preußisch-Österreichischen und am Deutsch-Französischen Krieg teil.

Noch vor dem Ersten Weltkrieg, in den Jahren 1910/11, wurde die Eisenbahnlinie Böblingen - Dettenhausen in Betrieb genommen. Die bis dahin durch den Ort fahrende Postkutsche hatte ausgedient.

Aus dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) kehrten 106 junge Menschen nicht mehr nach Holzgerlingen zurück. Geldentwertung, Arbeitslosigkeit und Unruhen bestimmten die Nachkriegszeit. Erst im Jahr 1923 wurde es besser. Das örtliche Handwerk entwickelte sich zusehends und viele Bürger bauten sich ein Haus. Dann kam die Weltwirtschaftskrise und der Nationalsozialismus. Sein unrühmliches Ende ist bekannt. 291 Opfer hatte die Gemeinde im Zweiten Weltkrieg zu beklagen.

In der Nacht vom 7. auf den 8. Oktober 1943 wurde Holzgerlingen von alliierten Flugzeugverbänden bombardiert. 64 Wohnhäuser und eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Scheunen und Wirtschaftsgebäuden wurden durch den Luftangriff zerstört. 12 Bürger verloren ihr Leben.

1945 wurde der Ort durch französische Truppen besetzt. Sie legten das alte Rathaus in Schutt und Asche. In den Jahren 1946 und 1947 kamen insgesamt 850 Vertriebene nach Holzgerlingen, die hier eine neue Heimat fanden.

Nach der Währungsreform 1948 ging es aufwärts. Das in Trümmern liegende Ortszentrum wurde wieder aufgebaut.

Ortsplan von 1830 
Ortsplan von 1830

Ab 1951 machte sich ein stetiges Ansteigen der Einwohnerzahl bemerkbar. Viele Industriebetriebe siedelten sich an. Die seit 1798 bestehende Bandweberei Gottlieb Binder, heute Binder Gottlieb GmbH & Co. KG, ist der älteste Betrieb in Holzgerlingen.

Bedingt durch die unmittelbare Nähe zu Böblingen, Sindelfingen und Stuttgart hat sich das einstige Schreiner-, Weber-, und Bauerndorf in den letzten drei Jahrzehnten zu einer dynamischen Kleinstadt entwickelt.

1993 wird in Holzgerlingen die 10.000-Einwohner-Marke durchbrochen und die Gemeinde zur Stadt erhoben.

14 Jahre später, im Jahr 2007, feierte die Stadt ihr 1000-jähriges Jubiläum. Gleich zu Beginn des zwölf Monate andauernden Festakts wurde deutlich, dass sich ganz Holzgerlingen bestens auf das Jahr eingestimmt hatte. Weit über 70 Veranstaltungen und Aktionen hatten Vereine, Organisationen und die Stadt für das Jubiläumsjahr auf die Beine gestellt.

Wachstum mit Augenmaß steht seither als Maxime über der Arbeit des Gemeinderates und der Stadtverwaltung. Dies ist mit Sicherheit auch ein Faktor, warum die Stadt auf der Schönbuchlichtung bis heute prosperiert. Doch vor allem ist es auch ein Garant dafür, dass Holzgerlingen für junge Familien ein interessanter Wohnort ist und auch für zukünftige Generationen ein attraktiver Lebens- und Arbeitsort

Event am Kinder- und Jugendtag
Event am Kinder- und Jugendtag
Der Festumzug 2007 
Der Festumzug 2007
 
 
 
Stadt Holzgerlingen

 
 

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